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Neue Wirbelsäulen-OP: Minimalinvasive Transiliale Vertebralverblockung (MTV)
Eine neue OP-Methode zur Behandlung des sogenannten Cauda equina Syndroms (CES), der degenerativen lumbosacralen
Stenose (DLSS) oder der Folgen der degenerativen Discopathie zwischen Lendenwirbelsäule und Kreuzbein:
Die Vorgeschichte:
Die neue OP-Methode wurde in unserer Klinik 2006 von Dr. Müller entwickelt und bereits über 150 mal (Stand Juni 2008)
erfolgreich bei Patienten mit der entsprechenden Indikation durchgeführt. Der Grund der Entwicklung dieser neuen OP lag in
der bisher allgemein verhältnismäßig hohen Rezidivquote bei den sonst üblichen OP-Methoden
(ca. 25%, siehe auch Veröffentlichung), der relativ starken Traumatisierung durch die bisherigen chirurgischen Eingriffe
und der anschließend damit verbundenen längeren stationären Betreuung.
Die Verblockung:
In den meisten Fällen kann die Vertebralverblockung (MTV) minimalinvasiv und ambulant,
d. h., ohne große Durchtrennung von Gewebe (Haut, Muskulatur, Knochen) durchgeführt werden - die Patienten werden
also in der Regel am selben Tag untersucht, operiert und entlassen. Zusammengenommen bewirkt dies eine erheblich schnellere
Heilung mit weniger schmerzhaften OP-Folgen, was besonders bei älteren und schwachen Tieren sehr entscheidend sein kann.
Die Verblockung verhindert ein Zurück- und Aufwärtsgleiten des letzten Lendenwirbels (Subluxation) und dadurch
ein Einklemmen der Nervenwurzel (Ischias). Weiter wird die Bandscheibe druckentlastet und bereits bestehende
Vorwölbungen oder Vorfälle werden vermindert.
Das verwendete Material stammt aus der Humanmedizin (Steinmann-Nägel) und wird beim Tier sehr gut vertragen.
Der Nagel wird unter Röntgenkontrolle (Durchleuchtung mittels C-Bogen) in einem relativ unempfindlichen Gebiet
platziert. Lediglich an den seitlichen Durchtrittsstellen der Haut können Schwellungen gelegentlich mit Sekretbildung
(Serom) und leichte Muskelschmerzen entstehen.
Alle nötigen Untersuchungen wie digitales Röntgen in Narkose, Kernspintomografie, der Eingriff selber und die
postoperative Versorgung werden unter optimierten Sicherheitsstandards durchgeführt. Dazu zählen eine ausführliche
allgemeine, neurologische und orthopädische Untersuchung, die präoperative Blutuntersuchung mit Infektionsstatus,
Intubation, Intubationsnarkose mit künstlicher Beatmung, das EKG-Monitoring, die Pulsoximetrie, Infusionstherapie,
sterile OP-Bedingungen sowie eine postoperative Intensivüberwachung/-therapie.
Die Nachsorge:
Durch die veränderte Statik im hinteren Bereich der Wirbelsäule werden selten Muskelverhärtungen beobachtet, die mit
entsprechenden Medikamenten behandelt werden können. Die Fäden können nach ca. 10 Tagen gezogen werden. Nach einer
postoperativen Schonungsphase von ca. 30 Tagen mit Leinenruhe ohne Springen ist eine langsam ansteigende Belastung zu empfehlen.
Die Chancen:
Die Rekonvaleszenz (Heilung) der neurologischen Defizite ist abhängig von Dauer und Schweregrad der Erkrankung. Dabei ist eine
kurze Krankheitsdauer immer günstiger zu bewerten, das heißt, die Beseitigung der Beschwerden wie Bewegungsstörungen
(Ataxien/Paresen), Schmerzen oder Muskelatrophie tritt - so weit wie möglich – schneller ein.
Entscheidend für die absolute Genesung ist unter anderem der Grad der Nervenschäden (Neurapraxie/Axonotmesis/Neurotmesis).
Zu lange oder starke Quetschungen können Veränderungen an den Nerven auslösen, die nicht mehr zu beseitigen, also irreversibel
sind. Trotzdem kann durch die Verblockung in der Regel ein weiteres Fortschreiten bzw. eine Verstärkung der Symptome verhindert
werden. Grundsätzlich ist zu über 95% eine Schmerzfreiheit zu erreichen, so dass auf Dauer eine Schmerztherapie entfallen kann.
Statistik:
Statistische Erhebungen geben letztlich einen Überblick über den postoperativen Verlauf. Die Ergebnisse werden zusammengefasst
und in einer erneuten Veröffentlichung bekannt gegeben.
Fragen?
Für spezifische medizinische Informationen steht dem Interessierten im Folgenden der Sonderdruck der
Veröffentlichung „Minimalinvasive Transiliale Vertebralverblockung - Neue OP-Methode bei degenerativer
Lumbosacralstenose“ in der tiermedizinischen Fachzeitschrift „Kleintierpraxis“, Heft 3, März 2008, Seiten 141 – 152 zur Verfügung.
Zum Öffnen des vollständigen Artikels bitte [hier klicken].
Für spezielle Fragen erreichen Sie uns unter den in unserer Homepage angegebenen Kontaktadressen, wir rufen oder mailen auch
gerne schnellstmöglich zurück.
Ihr Klinikteam der Tierklinik Lüneburg
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